Allgemein, Philosophisch

KAMPFANSAGE

Ich sage der Realität den Kampf an! Denn so wie sie ist, herrlich imperfekt und nervenaufreibend spannend, will ich sie nicht ständig sehen.
Meine Augen sind immer offen, wachsam. Ich arbeite und lebe in diesem Trubel aus Farben und Gefühlen, die mir oft so vielseitig und unfassbar schön erscheinen, dass ich mich nicht davon abwenden kann. Leben ist spannend.

Die Realität ist oft ernüchternd und doch der einzige Ort an den wir gehören und auf den es wirklich ankommt. Doch manchmal ist es auch nötig zu fliehen.
Sie hinter sich zu lassen, weg zu sperren und auszuschließen.
Ohne Träume und Fantasie, ohne Stunden in denen wir in einem guten Buch, einem Film oder unserem Lieblingsspiel versacken, Stunden die wir damit verbringen uns eine abstrakte Zukunft zu malen, schöner als sie jemals sein kann, während wir den Klängen der Musik lauschen, die aus den kleinen Knöpfen in unseren Ohren dringt. Ohne all das wäre das Leben doch nicht halb so schön.
Jeder träumt ab und an. Jeder verschließt manchmal die Augen und sinnt sich an einen anderen Ort, in eine andere Welt oder sogar eine andere Person.
Für manche ist es der Blick auf vorbeiziehende Felder, hinter den Scheiben der öffentlichen Verkehrsmittel, der sie an warme Orte denken lässt, an Wind auf der Haut und diesen bestimmten Geruch, den Urlaub hat.

Wenn dann ihre Gedanken davon schweben, finden sie eventuell einen Moment der Ruhe.
Andere lassen sich von einem Geruch in ihre Kindheit zurücktragen und träumen von sorgenfreien Tagen, als die Welt noch ein einziges Abenteuer war.
Dies sind nur wenige von zahllosen Methoden, die wie Waffen gegen den Ansturm unseres, oft so stressigen, Lebens ankämpfen.
Man kann die Realität nicht besiegen. Man kann sie akzeptieren, gestalten und stetig verbessern und keinesfalls ist sie immer nur schlecht und unangenehm. Aber manchmal muss man auch trotzig sein und sich Ihr entgegenstellen um ihr zu sagen das sie jetzt warten muss.
Ich will mich diesem Kampf stellen.
Ich möchte ja leben! Hier und jetzt, und morgen, so wie ich gestern gelebt habe. Möchte mich über meine Fehler ärgern und über Entwicklungen freuen, aber ich will auch noch mehr.
Ich will schreiben. Möchte vergessen was um mich herum passiert, während meine Finger über die Tastatur stolpern, weil die Gedanken zu schnell voran stürmen.
Und darum sind wir hier. An diesem Ort an dem ich schreiben und vor allem beschreiben möchte. Weil ich hier über die Realität fluchen kann um sie dann wieder in den höchsten Tönen zu loben bevor ich ihr wieder gänzlich entweiche. Und ganz eventuell verliert sich ja auch einmal jemand Anderes in meinen Wörtern? Träumen darf man ja.

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